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Irgendwie anders – Blogparade

Über Facebook bin ich auf diese Blogparade von elai-bloggt.de aufmerksam geworden und für mich war sofort klar: Da will ich mitmachen!

Und hier kommt unser Beitrag:

Irgendwie anders, das passt zu uns. Unser Sohn Philipp kam bei 25+3 Schwangerschaftswochen am 20. April 2015 zur Welt, mit zarten 850g und 33cm klein. Anfangs entwickelte er sich frühchentypisch, doch nach und nach kamen Lungenentzündungen und Krisen, von denen wir bis heute nicht wissen, woher oder warum sie kamen. Schlussendlich haben wir uns im September 2015 für ein Tracheostoma, eine Kanüle und eine Beatmungsmaschine entschieden. Wer mehr dazu lesen will, findet hier oder hier ein paar Antworten. 🙂

elai-bloggt.de hat einige Fragen gestellt, die ich gerne aufgreifen möchte:

1. Wie reagieren die anderen Kinder auf dein besonderes Kind? Haben sie Vorbehalte? Vielleicht sogar Berührungsängste?

Kinder sind großartig. Kinder sind neugierig, offen, ehrlich, direkt und denken nicht nach. Ein Grund, warum ich Kinder so sehr beneide.

Wir treffen uns mittlerweile oft mit anderen Eltern und Kindern und ich bin jedesmal erstaunt, wie einfach Kinder mit der Situation umgehen. „Warum hat der das?“ – „Was ist das?“ – „Tut das weh?“ und dann hat sich das Thema auch schon erledigt. So einfach!

2. Und wie verhalten sich die Eltern der Kinder? Auch irgendwie anders vielleicht? Reden sie gegebenenfalls abfällig über dein Kind in eurer Gegenwart? 

Ganz unterschiedlich! Anfangs waren alle sehr ängstlich und viele haben sich auch sehr mitleidig verhalten. Mittlerweile ist das meistens anders. Wenn wir auf neue Personen treffen, die vorher wissen, dass Philipp beatmet ist, ist die Neugier groß. Warum, wieso, wie funktioniert das, wie macht ihr das, etc. Viele helfen dann auch, indem sie mir die Maschine tragen oder ähnliches. 🙂

Abfällig geredet hat bisher in unserer Gegenwart keiner von ihm. Mitleidig jedoch oft und das nervt ganz ehrlich gewaltig. Meinem Mann wurde auch von Arbeitskollegen mehrfach geraten, „sich aus dem Staub zu machen“. Das ist schon krass. Aber unser Papa geht nirgendwohin. 😉

Natürlich verhalten sich viele anfangs komisch oder ängstlich, weil sie einfach nicht damit umzugehen wissen. Aber wie gesagt, mittlerweile kennen uns viele und das macht es natürlich einfacher.

Fremde glotzen jedoch immernoch, und das hat mich gerade anfangs bei den ersten Ausflügen total fertig gemacht. Es hat mir das Herz zerrissen, dass in den Kinderwagen gesehen wird und ein betretenes „oh…“ kam, statt einem „oooh, wie niedlich!“. Es hat mich tief verletzt, wenn ich ihn im Café gefüttert habe und wir angegafft wurden, als hätte ich ein Alien bei mir. Es hat mich fast dazu gebracht, mich nicht mehr aus dem Haus zu trauen, weil mich die Blicke so gestört haben. Doch meine beste Freundin und zwei tolle Mädels vom Pflegedienst haben mich dann bestärkt und manchmal die Gaffer auch zur Rede gestellt, das hat geholfen. Ich wollte mich auch nicht zu Hause verstecken und keinesfalls wollte ich das Philipp zumuten. Auch wenn es viel Kraft und Mühe gekostet hat, aber seitdem sind wir ständig und überall unterwegs und es macht soviel Spaß! Wir leben in einer relativ kleinen Stadt, uns kennen viele – nun noch viel mehr – und es ist mittlerweile so, dass alle bestens über unseren Blog und unsere Facebookseite informiert sind. Es tut gut, dass Philipp so mittendrin ist und dass sich so viele so sehr für ihn interessieren. Das hilft mir sehr, das ist für Philipp wunderbar und ich denke, auch die Gesellschaft profitiert davon, ein „beatmetes Kanülenkind“ zu kennen. 😉

3. Wie fühlen wir uns damit?

Wir sind sehr stolz auf Philipp. Er ist unser Kind, er ist ein reines Wunschkind, er ist wundervoll und um nichts auf der Welt möchte ich ein anderes Kind haben! Dennoch plagen uns oft verschiedene Dinge: Warum wir? Warum er? Wozu? Wie lange noch? Doch wir kommen immer wieder zu der selben Antwort: Viele Kinder wären gestorben, unser Kind ist geblieben. Dafür sind wir unendlich dankbar und dafür sind wir gerne bereit, alles zu geben.

Natürlich ist es oft nicht leicht, so einen erschwerten Alltag zu haben. Aber es hätte viel schlimmer kommen können. Philipp wird irgendwann groß und gesund, das ist das einzige, was zählt. 🙂

 

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Irgendwie anders – Blogparade

  1. Pingback: Irgendwie Anders - Buchtipp & Blogparade | Elai-bloggt.de

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